Das Barbiser Landei

Sebastian Grunert hatte sich schon lange Gedanken über das Anschaffen einer Hühnerherde gemacht. Eine artgerechte Haltung sicher zu stellen, war für ihn ein Muss. Bei der Suche nach einem perfekten Zuhause für seine gefiederten Freundinnen sollte die „Luxusklasse“ gerade gut genug sein. Nun gibt es eine Menge Leben auf den Barbiser Höhen und in Grunert´s Hofladen, unten im Ort, mittlerweile nicht nur frische Eier bester Qualität, sondern viel Leckeres mehr.

Bei unserem Besuch an den Hühnermobilen weht noch ein kerniger Wind. Zwei der luxuriösen Herbergen stehen nun hier oben, gegenüber der Biogasanlage in Barbis. Auch die darf Sebastian Grunert sein Eigen nennen. Logisch, dass der Hühnermist darin landet. Die Pferde von der Frau Mama stehen ebenfalls hier unter, knabbern sich durch´s Heu und sind von den gackernden Nachbarinnen recht unbeeindruckt. Dasselbe kann man von den Alpakas behaupten, die weit hinten auf der Wiese stehen und vor der idyllischen Barbiser Kulisse ein recht lustiges Bild abgeben. So mancher Wanderer wird sich verwundert die Augen reiben. Gleich danach muss man einfach grinsen, denn die Tiere machen nur beim Anschauen gute Laune.

Was hat es denn nun mit der Hühner-Alpaka-Kombi auf sich?

Verteidigen die langhälsigen Gesellen tatsächlich Angreifer wie Fuchs, Marder & Co.? Grunert lacht und gibt zu, „Eigentlich ist die Idee aus einer Bierlaune heraus entstanden, die Alpakas zu kaufen. Meine Freundin war schrecklich verliebt in die Tiere. Und wenn sich hier vorne am Mobil ein Fuchs unter dem Zaun durch buddelt, bekommen das leider die Alpakas dort hinten gar nicht mit. Aber dass die Greifvögel beim Blick herunter abgeschreckt werden, das kann sein.“

Die Hühner ahnen nichts vom Kummer ihres Halters um die möglichen natürlichen Gefahren. Sie spazieren über die holzig weichen Hackschnitzel, die extra für sie ausgestreut wurden, damit es nicht so schmutzige Füße gibt und verstecken sich heute lieber unter dem Mobil. Da ist es nicht so windig. Natürlich können sie jederzeit auch in ihr angenehm klimatisiertes „smartes“ Mobilheim gehen, um auszuruhen, zu fressen und zu trinken. Das Zuhause verfügt über allerhand Raffinessen, ist vollautomatisiert und aus der Ferne steuerbar. Am Vormittag öffnen sich die Türen und sie können im Freien das tun, was sie am liebsten machen, buddeln, kratzen, picken und durch das Gras spazieren. Im Optimalfall haben sie bis dahin ihre Eier gelegt. Das tun sie übrigens gern im Dunkeln. Im Hühnermobil sind dafür extra Bereiche eingerichtet. Die Eier kullern von den Nestern aus auf die Eiersammelbänder. Per Knopfdruck setzt sich das Band in Bewegung und die Eier kommen sauber im Vorraum an, von wo aus sie ihre Reise zu Bäckereien, Restaurants und Hotels, natürlich auch in viele private Haushalte antreten. Die Zahl ihrer Fangemeinde wächst stetig. Die Haltung und das Futter machen sich einfach im Endprodukt bemerkbar.

„Es ist ein konventionelles und kein BIO-Ei, aber wir bieten den Tieren allen möglichen Komfort und was zum Beispiel den Auslauf betrifft, liegen wir weit über dem BIO-Standard“

erklärt Sebastian Grunert.

Das Ei war und ist für ihn ein klasse Produkt. Hervorragend verpackt und lange haltbar. Die Hühnermobile selbst sind – wie der Name sagt – mobil und können problemlos dorthin versetzt werden, wo die Hühner im immer frischen Grün scharren und picken können. Eier die außerhalb des Stalls gelegt werden, oder runter fallen, sind übrigens „Schmutzeier“, die nicht in den Verkauf gelangen. Auf seinen 160 Hektar Fläche für Ackerbau erntet Grunert sein eigenes Getreide, das er im Grunde bei der Raiffeisen gegen die perfekte Mischung Hühnerfutter tauscht. „Hier müssen Mais, Gerste, Mineralfutter u.s.w. in dem richtigen Verhältnis verfüttert werden. Es wäre für mich sehr umständlich, eine so große Menge Futter selbst zu mischen.“

Bei einem Bedarf von 160 Kilo Futter am Tag kann man sich ausrechnen, was die Hühner so weg picken.

Sie sehen rundum zufrieden aus und haben ein ausgesprochen schönes Gefieder. „Als das Veterinäramt zu Besuch war, wurden wir sehr gelobt. Wir haben eine der schönsten, wenn nicht die beste Hühnerherde der Region“ freut sich Sebastian Grunert.

Über 900 Tiere dürfen in einem Hühnermobil leben. Im Moment sind es allerdings weit weniger, denn tatsächlich hat der Fuchs eines Nachts ganze Arbeit geleistet und sich ein üppiges Mahl gegönnt. Ein herber Rückschlag für den Landwirt. Hühnerhalten kann auch Tücken haben. Man muss zu jeder Zeit sehr aufmerksam sein. Sebastian Grunert hat bereits eine Menge gelernt, auch eine beachtliche Summe investiert. Zusammen mit seiner Freundin und der Familie bekümmert er das Federvieh liebevoll. Wer sich davon überzeugen möchte, wie glücklich die Barbiser Freilandhühner sind, darf sich gern zu einer Besichtigung eines Mobils bei ihm anmelden.

Das Einkaufen einer kleinen regional-wertvollen Produktpalette ist im Grunert´schen Hofladen ist zu jeder Tageszeit möglich. Den finden Sie in der Silkeroder Straße, gegenüber der Hausnummer 44. Hier gibt es in einer urigen Holzhütte nicht nur Eier und Frischei-Nudeln, Kartoffeln und Marmelade, sondern auch Käse vom Hof Minne in Elbingerode, Honig aus der Bad Lauterberger Hobby-Imkerei, sowie köstliche eingemachte Eintöpfe vom Hausberg Bad Lauterberg. Dazu werden nach Wunsch tolle Präsentkörbe gepackt, die Sie über Facebook, Instagram oder auch per Whatsapp (Tel. 01 70 – 619 83 69) bestellen können.
Auf den Wochenmärkten finden Sie das Barbiser Landei ebenfalls: Am Dienstag in Osterode, am Mittwoch und Samstag in Herzberg und am Freitag in Bad Lauterberg.

Alle Neuigkeiten lesen Sie auf Facebook /barbiserlandei, oder nehmen die Möglichkeit wahr, echte Hühnerliebe und regionale Eierproduktion live zu erleben.

Über die Autorin /

Elke … freie Rednerin, Redakteurin. Hochzeitsverliebte, zuverlässige Frohnatur, die es immer nur ganz gibt.

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